MACHT LOS
oder
AUS UND DABEI
ein Kabarettprogramm
von und mit
Lothar Bölck
Eine Regierung ist nicht an der Macht, nur an der
Regierung. Die Regierung hat die Macht für
immer verloren. Trotzdem sucht sie nach ihr und
hofft, dass jemand die Macht abgibt. Denn jede Regierung giert nach Macht. Gier steckt in jeder Regierung apriori drin.
Macht macht geil. Regierende brauchen keine Aufforderung, die Hände in den Schoß zu legen. Schon bei der wagen Aussicht auf Macht tun sie eh regieren. Die Hebel der Macht sind die Phallussymbole der Gesellschaftsordnung.
Die Regierung will Hand anlegen.
Aber ihr sind die Hände gebunden. Die Regierung
ist von der Macht gefangen. Deshalb sagt man auch, die Regierung sitzt. Und zwar in Berlin.
Wenn die Macht bittet, dankt die Regierung.
Meistens ab. Was heißt eigentlich Regierung auf Deutsch? Eine genaue Deutung gibt es nicht.
Denn Regierungen kann man nicht übersetzen, Regierungen muss man überstehen.
In seinem dritten Soloprogramm setzt sich Lothar Bölck nicht mit den Politikern zusammen, aber auseinander. Als Bundestagshinterbänkler Hugo W. Holz-Hausen fragt er sich einerseits:
Gibt es ein Leben nach der Politik? Kommt nach der Hinterbank die Strafbank. Braucht ein Politiker für das Leben da draußen ein Navigationsgerät?
Muss es ein Verkehrsschild geben:
Achtung Politikwechsel! Sind Politiker resozialisierbar oder brauchen sie Sicherheitsverwahrung?
Und andererseits: Muss ein Bürger, der endlich
den Hintern hochkriegt, Abstriche machen?
Wird der Wähler an das Kreuz, das er gemacht hat, anschließend genagelt? Und wenn ja, muss er dann sein Leben lang in einem bayerischen Klassenzimmer rumhängen? Die Grundfrage lautet:
Sind die Bürger machtlos oder heißt die Aufforderung: Macht los!? Die Antwort ist: Ja!
Regie: Knut Müller-Ehrecke
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